Beate Gilles: Generalin oder Sekretärin?

Beate Gilles: Generalin oder Sekretärin?
Die neue Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz, Dr. Beate Gilles. Foto: Sascha Steinbach/EPA Pool

Mit der Wahl von Dr. Beate Gilles zur ersten Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) setzt die katholische Kirche in Deutschland ein Signal. Doch ist es nur ein Zeichen oder ein ernst zu nehmendes Anzeichen für eine echte Veränderung? Die Frage lässt sich auch so formulieren: Wird Dr. Beate Gilles in ihrer künftigen Funktion Generalin oder eher Sekretärin sein?

Sichtlich zufrieden stellte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, Beate Gilles zu Beginn der Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe in Bonn der Öffentlichkeit vor. Er beschrieb sie als „theologisch versiert, leitungserfahren, kommunikativ, offen für Innovation, erfahren in der Steuerung von Prozessen, kirchlich loyal, rheinisch-katholisch und humorvoll“.

Damit steht erstmals eine Frau und erstmals kein Priester an der Spitze der Geschäftsführung der Bischofskonferenz. Gilles ist ab 1. Juli Koordinatorin der 68 katholischen Bischöfe im Land.

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Georg Bätzing neuer Sprecher der Bischöfe: Kann und wird er auch etwas bewegen?

Als Bischof des kleinen und jungen Bistums Limburg galt er nicht unbedingt als Favorit für die Nachfolge von Reinhard Marx. Doch einige Beobachter hatten ihn sehr wohl auf dem Zettel für den Vorsitz der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK): Dr. Georg Bätzing. Am 3. März wählten die 69 Bischöfe ihn zu ihrem neuen Vorsitzenden und Sprecher. Er ist damit das Gesicht und der erste Repräsentant der 23 Millionen Katholiken im Land.

Er habe, so Bätzing, nicht mit seiner Wahl gerechnet. Sie war wohl auch eine logische Folge des Austauschs in den Kleingruppen der Bischöfe am Tag der Wahl, als es um die Erwartungen und Anforderungen an den „Neuen“ ging. Viele wünschten sich einen authentischen und vermittelnden Vorsitzenden. Und so bezeichnete der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann Bätzing als “Wunschkandidaten”.

Es muss etwas passieren
Sicher ist Bätzings Wahl auf der Frühjahrsvollversammlung der DBK in Mainz auch ein Ausdruck dessen, wie ratlos die katholischen Bischöfe sind. Die Missbrauchsfälle hängen den Bischöfen wie Mühlsteine um den Hals. Das Vertrauen ist dahin, im Kreis der Exzellenzen ist man sich zudem alles andere als einig, was zu tun ist. Dabei trifft die katholische Kirche nicht nur auf das Misstrauen der Gesellschaft, auch in weiten Teilen der Kirche ziehen sich mehr und mehr engagierte Gemeindemitglieder enttäuscht zurück, manche treten sogar aus, weil sie lange, zu lange auf Veränderungen in der Kirche gewartet haben.

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Abtreibung in den USA: Ex-Evangelikaler wettert gegen „seine“ Linken

Abtreibung in den USA: Ex-Evangelikaler wettert gegen „seine“ Linken
Früher evangelikal, heute links: US-Amerikaner Frank Schaeffer kritisiert beim Thema Abtreibung die Demokratische Partei scharf. Foto: Micah Danney

Trump tritt als erster amtierender Präsident auf einem „Marsch für das Leben“ auf und ergreift Partei für das ungeborene Leben – und für sich. Es ist Wahlkampf. Gleichzeitig erhalten die Abtreibungsgegner in den USA außergewöhnliche Unterstützung aus dem linken Lager. 

Evangelikale Christen in den USA erhalten zum Thema Abtreibung derzeit ungewöhnliche Schützenhilfe. Frank Schaeffer, prominenter Kritiker der evangelikalen Szene und Trump-Gegner, greift die eigenen Reihen öffentlich an. Die politische Linke habe das Thema gefährlich vereinfacht und in seiner Wirkung unterschätzt – und damit viele Wähler abgeschreckt. Das sagte Schaeffer jetzt dem US-amerikanischen Online-Magazin „Religion Unplugged“.

Vater Francis Schaeffer ist Ikone evangelikaler Christen

Frank Schaeffers Prominenz in den USA geht auf seinen Vater zurück, Francis A. Schaeffer. Der presbyterianische Theologe ist einer der bekanntesten modernen Apologeten. Schon zu Lebzeiten wurde er zu einer Ikone, für amerikanische, aber auch europäische Christen. Er starb 1984. Seine Kultur- und Gesellschaftsanalysen wie seine Kritik an den Abtreibungsgesetzen sind grundlegend für Weltsicht und Ethik wohl der meisten evangelikal geprägten Christen in den USA geworden.

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